Was sind Systemische Aufstellungen?

Neben der Lösungsfokussierten Gesprächsführung stellt die Arbeit mit verschiedenen Formen der systemischen Aufstellungsarbeit das zentrale Werkzeug meines Beratungsangebots dar.

Bei einer Systemischen Aufstellung  verändern wir das Bild, das unser Körper von einer belastenden oder problematischen Situation „abgespeichert“ hat.

Durch den Aufstellungsprozess wird es uns möglich im Außen einen klaren Eindruck davon zu bekommen, was wir im Inneren im Hinblick auf die aufgestellte Thematik erleben.

Die Aufstellung vermittelt uns so eine neues Gefühl der Distanz und eröffnet uns einen Raum, in dem es möglich wird, unser bisheriges Bild der Situation zu verändern und in einer neuen Art auf die aufgestellte Sachverhalte zu reagieren, die nicht länger von unseren alten Reaktionsmustern abhängig ist.

Methodisch betrachtet handelt es sich bei der Aufstellungsarbeit um ein Gruppensimulationsverfahren, bei dem man Personen – oder in einer Einzelsitzung auch Symbole, wie Kissen,  Stühle oder Figuren – intuitiv so im Raum anordnet, dass sie ein abstraktes Bild einer Beziehung oder eines Problems erzeugen, die man aktuell bearbeiten möchte.

Dabei stell sich ein erstaunlicher Effekt ein, der repräsentierende Wahrnehmung genannt wird. Dieser hat zur folge, dass die aufgestellten Repräsentanten an den ihnen zugewiesenen Plätzen plötzlich Empfindungs- und Wahrnehmungsveränderungen schildern, die eine verblüffend große Ähnlichkeit zu den entsprechenden Plätzen im abgebildeten System – z.B. Familie, Partnerschaft, Beruf, einer Entscheidungssituation etc. – aufweisen.

Das so erzeugte Modell kann dann nicht nur dazu genutzt werden, um einen neuen, frischen Einblick in die Beziehungsqualitäten des abgebildeten Systems zu bekommen; es kann insbesondere auch als ein Rahmen für rituelle Interaktionen und problemlösende Interventionen verwendet werden, die den nächsten Schritt zur Lösung, physisch, emotional und mental schon jetzt direkt erfahrbar machen.

In dieser Körperlichkeit und Erfahrungsbezogenheit liegt auch die große Stärke der Aufstellungsarbeit: Lösungsprozesse und Einsichten werden nicht nur Intellektuell vermittelt, sie werden körperlich spürbar. Unwillkürliche Muster können so leichter bewusst gemacht und dann losgelassen werden. Die Aufstellung verleiht einem breits in der Gegenwart ein unmittelbares Gespür dafür, wie man die Welt nach der Lösung des Problem erleben wird.

Systemische Aufstellungen sind professionelle Angebote zur Beratung, Coaching und zur Persönlichkeitsentwicklung. Sie sind keine Therapie und können eine Therapie im angezeigten Fall auch nicht ersetzen. Es kann jedoch unterstützend sein, eine Therapie durch Aufstellungsarbeit zu begleiten.Ich empfehle, die Zustimmung des behandelnden Arztes/ Therapeuten zur Aufstellung einzuholen.

Wie läuft eine Aufstellung ab?

Die von mir angebotene Aufstellungsarbeit stellt – methodisch betrachtet – eine Kombination der Systemischen Strukturaufstellungen® von Prof. Dr. Matthias Varga von Kíbéd und Dipl. Psych Insa Sparrer und der Systemischen Selbstintegration® von Dr. med. Ernst Robert Langlotz dar. Sie Unterscheidet sich in Vorgehen und Weltbild deshalb sehr drastisch von den bekannten „Familienaufstellungen nach Hellinger“.

Der konkrete Aufbau und Ablauf einer Aufstellung wird immer durch das Thema bestimmt, mit dem der Klient / die Klientin innerhalb einer Sitzung arbeiten möchte.

Unabhängig davon lassen sich drei Phasen charakterisieren, die allen Aufstellungen gemeinsam sind:

Vorbereitung, Orientierung und Klärung des Anliegens:

Die Vorbereitung auf eine Aufstellung besteht stets aus einem ausführlichen lösungsfokussierten Vorgespräch. Dabei wird das Thema, an dem der Klient arbeiten möchte, herausgearbeitet und es wird festgestellt, welche Einflussfaktoren beachtet werden sollten und welche zukünftigen Schritte und Ziel im Hinblick auf das Thema als eine deutliche Verbesserung erlebt werden würden.

Durch das klare Benennen der Elemente, die für das Erreichen einer Lösung  relevant sind und die dann später in der Aufstellung aufgestellt werden, entsteht eine erste Struktur, die dem Lösungsprozess seine Richtung vorgibt.

Die Anzahl und die Art der Elemente, die innerhalb der Aufstellung repräsentiert werden, hängen damit sehr stark vom Veränderungswunsch des Klienten ab. In der Regel besteht eine Aufstellung bei mir aber immer aus einer Mischung von Elementen, die als Problematisch erlebt werden und zu denen eine Beziehung geklärt werden muss – das können Personen, Gruppen, Institutionen, Erlebnisse, Konflikte etc. sein – und aus Elementen, die als ein erstrebenswerter Zustand angesehen werden und/oder einer persönlichen Ziel- und Wertvorstellung entsprechen.

Aufstellen der Repräsentanten mit Prozess- und Lösungsarbeit

Wenn die Teile der Aufstellung bestimmt wurden beginnt der eigentliche Aufstellungsprozess. Dazu  werden die ausgewählten Elemente intuitiv im Raum angeordnet, so dass ein Bild von Beziehungen und Abständen zwischen den verschiedenen „Repräsentanten“ entsteht. In einer Gruppe werden die anderen Teilnehmer aufgestellt, in einer Einzelsitzung werden Kissen oder Zettel verwendet und der Klient und der Leiter können dann selbst in die verschiedenen Rollen „schlüpfen“.

Durch das Aufstellen der „Repräsentanten“ entsteht im Raum ein erstes Bild des Themas, das in der Sitzung bearbeitet werden soll. Das Bild, das der Körper des Klienten innerlich von der Situation abgespeichert hatte, wird so auf eine symbolische Ebene gebracht und im Aussen sichtbar gemacht.

Meist besteht so ein „Problembild“ aus einer Mischung von bekannten und neuen Eindrücken, so dass bereits dieser erste Schritt des bloßen Aufstellens schon eine neue Distanz zu dem Thema entstehen lässt und neue Ansätze für eine zukünftige Lösung wahrgenommen werden können.

Das Aufstellungsbild dient aber nicht nur dazu, sich einen Überblick über eine komplexe Situation zu verschaffen. Die Veränderung des Bildes wirkt direkt auf unser körperliches Empfinden zurück und kann somit auch die Art und Weise verändern, wie das Problem von uns erlebt wird. Das Problembild wird deshalb durch Test, Umstellungen, Beziehungsklärungen und „rituelle Interaktionen“ so lange verändert, bis ein Zustand erreicht ist, der als stärker, freier und klarer erlebt wird.

In den von mir angebotenen Aufstellungen kommt dabei einem Beziehungsverhältnis stets eine zentrale Rolle zu: der Selbstbeziehung. Da unsere Beziehung zu uns selbst oft der entscheidende Faktor für das finden und umsetzen von Lösungen darstellt, wird in jeder Aufstellung neben dem Repräsentanten des Klienten auch ein Repräsentant für dessen „Selbst“ mit aufgestellt. Das „Selbst“ symbolisiert unsere eigenen inneren Potentiale und Bedürfnisse; unseren kraftvollen und unkorrumpierbaren „inneren Kern“. Das Spüren des eigenen,  ganz persönlichen „inneren Raumes“, der guter Kontakt mit dem eigenen Selbst und die Fähigkeit, diese gegenüber äußeren Einflüssen abgrenzen und verteidigen rücken so stets in den Mittelpunkt des Aufstellungsprozesses und sorgt dafür, dass die Aufstellung sich ganz nahe an den  eigenen Bedürfnissen orientiert und sich nicht in kraftraubenden „Nebenschauplätzen“ verliert.

Integration und Nachbesprechung

Durch die Prozessarbeit während der Aufstellung entsteht eine neues Muster, das bestimmt, wie wir unsere Beziehung zu den Elementen der Aufstellung in Zukunft erleben werden. Es wird von unserem Körper „abgespeichert“ und wirkt auch nach der Aufstellung noch in unseren Alltag hinein.

Um den Integrationsprozess optimal zu unterstützen, werden die Ergebnisse einer Aufstellung stets nachbesprochen.

Dies kann in zweierlei Weise geschehen: Zum einen besteht direkt nach der Aufstellung immer die Möglichkeit, auf einzelne Phasen oder Teile des Prozesses genauer einzugehen und etwaige Fragen zu klären. Häufig braucht der Körper aber auch seine eigenen Zeit, um das erfahrene zu verinnerlichen und das neue Muster, das angelegt wurde „einfach wirken zu lassen.“ Deshalb ist es oft hilfreicher, die Aufstellung mit ein wenig zeitlichem Abstand noch einmal in einem lösungsfokussiertem Gespräch durchzugehen. Ich verstehe solch ein Nachgespräch als einen wichtigen Teil eines Beratungsprozesses an. Aus diesem Grund ist das Nachgespräch stets im Preis der Aufstellung inbegriffen.

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